Hameln, 01.09.2018

Einsatzübung "Wesersturm"

Die größte Übung der Bundesanstalt Technischen Hilfswerkes (THW) im Bereich der Regionalstelle Hannover seit gut 20 Jahren. Nicht mehr und nicht weniger haben sich die Übungsleiter Tobias Tasler (Ortsverband Hameln) und Lukas Czeszak (Ortsverband Burgdorf) bei der Planung einer Einsatzübung vorgenommen. Alle 10 Ortsverbände der Regionalstelle Hannover (Bückeburg, Burgdorf, Hameln, Hannover-Langenhagen, Lehrte, Rinteln, Ronnenberg, Springe, Stadthagen und Wunstorf) sind ohne deren Wissen in der Nacht von Freitag, den 31.08.2018 auf Samstag, den 01.09.2018 alarmiert worden, um eine fiktive Schadenslage in Hameln abzuarbeiten.

Bei der Erstellung der Einsatzszenarien wurde wert daraufgelegt, möglichst das gesamte Leistungsspektrum des Technischen Hilfswerkes in der Stadt und Region Hannover sowie den Landkreisen Schaumburg und Hameln-Pyrmont zu nutzen. 151 Einsatzkräfte wurden so in der Zeit von 24:00 Uhr bis 04:30 Uhr auf Anforderung der eines fiktiv eingesetzten Fachberaters über die Regionalstelle Hannover alarmiert und zu einem der beiden in der Stadt Hameln gelegenen Meldeköpfe beordert. Hier wurden die Einsatzkräfte erfasst und nach Bedarf in den Einsatz gebracht. Die groß angelegte Übung wurde von 19, aus anderen Regionalstellen angefragten, Übungsbeobachtern begleitet und trug mit einer Bewertung maßgeblich zu einer transparenten Leistungsübersicht der Regionalstelle Hannover bei.

Als wichtige Taktische Einheit wurden zunächst sechs Zugtrupps, der den einzelnen Ortsverbände alarmiert. Diese fungierten als Einsatzabschnittsleitungen und koordinieren die weiteren Einheiten. Insgesamt 13 Bergungsgruppen wurden ebenfalls angefordert. Sie wurden hauptsächlich im Bereich Hochwasserschutz eingesetzt. Neben den Bergungsgruppen kamen bei der Übung auch folgende Fachgruppen zum Einsatz: Zwei Fachgruppen Wasserschaden/Pumpen, die mit ihren Hochleistungspumpen große Mengen Wasser bewegen können und drei Fachgruppen Räumen. Geplant waren der Transport von 60 Tonnen Sand aus einer Kiesgrube in Tündern. Zwei Fachgruppen Wassergefahren kümmerten sich um den Transport der Sandsäcke über die Weser. Des Weiteren kam eine Fachgruppe Beleuchtung und eine Fachgruppe Elektroversorgung zum Einsatz. Die eingesetzten Einheiten wurden durch Logistikgruppen für Material und Verpflegung ergänzt.

Auch befreundetet Organisationen waren an der Übung in der Rattenfänger Stadt beteiligt. So stellte das DRK nicht nur die sanitätstechnische Absicherung, sondern kümmerte sich auch um die Verpflegung der Übungsleitung und aller weiteren im Vorfeld beteiligten Einheiten. Die Feuerwehr unterstützte die Übungsleitung mit Personal in der Abwicklung des Funkverkehrs und mit Beobachtern für die Personenbergung unter schweren Atemschutz. Die private Hilfsorganisation Interhelp stellte ein Ruhezelt mit Schlafmöglichkeiten für die Einsatzkräfte zur Verfügung. Das DLRG sicherte die auf und am Wasser arbeitenden Einheiten ab. Zu einem wesentlichen Erfolg dieser Übung, trug u.a. die partnerschaftlich und mehr als gute Kooperation aller beteiligten Sicherheitskräfte bei. 

Folgende Einsatzkünstlichkeit wurde für die Großübung angenommen: Aufgrund eines technischen Defekts mussten drei Wasserkraftanlagen der Stadtwerke Hameln außer Betrieb genommen werden. Hierdurch strömen erhebliche Wassermengen unkontrolliert in ein angrenzendes Industriegebiet. Während Mitarbeiter der Stadtwerke versuchen die Defekte zu beheben, sind bereits Feuerwehrkräfte parallel im Industriegebiet mit Pumpen im Einsatz.

Der merklich steigende Wasserpegel lässt erhebliche Überschwemmungen der Hamelner Altstadt befürchten, die hierzu vorgesehenen Hochwasserschutzmaßnahmen sehen u.a.  in größerem Umfang Schutzwälle mittels Sandsackverbau vor.

Um das Ansteigen des Wassers in zwei Wasserkraftwerke zu verhindern ist der Einsatz von Großpumpen erforderlich. Stromausfälle in kritischer Infrastruktur müssen zudem kompensiert werden.

Eine Personensuche, die sicherheitshalber unter umluftunabhängigem Atemschutz erfolgen soll, muss durchgeführt werden.

Diese Ausgangslage, in Verbindung mit der Lageentwicklung macht im Zeitverlauf die Einrichtung von vier Einsatzabschnitten notwendig und wurde folgendermaßen aufgeteilt:

Aufgabenstellung EA 1           Pumpen:

Wasser mit maximal möglicher Förderleistung aus der Weser entnehmen und in ein Becken pumpen. Für die Überquerung einer Straße muss eine EGS-Schlauchbrücke gebaut werden.

Aufgabenstellung EA 2           Hochwasserschutz:

Errichtung einer Aufkadung der Länge 40 Meter mit der Höhe 1 Meter. Sandsackverfüllung auf der anderen Weserseite. Transport der Sandsäcke auf dem Wasserweg.

Aufgabenstellung EA 3           Personensuche:

Auffinden von 15 Tüten mit Puzzelteilen und zwei Dummies

Aufgabenstellung EA 4           Infrastrukturmaßnahmen:

Ausleuchten der Pumpstelle und des Anlandebereiches der Pontons sowie das Einspeisen in einen Lastwiederstand mit späterem Lastanstieg.

 

Text: D. Meier / Bilder: THW-OV Burgdorf, Wunstorf, Hameln; DRK-Kreisverband Hameln


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